
II. Literaturübersicht
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gelegenen kleinen und kleinsten Gefäße sowie kortikaler Venen kritisiert. Dieses
Modell wird heute nur noch selten eingesetzt.
62
5.2.2. Intrazerebrale Endothelin-Injektion
Dieses Schlaganfallmodell wurde erstmalig von Agnati et al
1
1991 beschrieben.
Die Tiere werden zunächst in einem Stereotaxiegerät platziert. Im Anschluss wird
eine Injektionsnadel in den piriformen Cortex ca. 0,5 mm dorsal der A. cerebri media
eingeführt. Über diese Injektionsnadel wird entweder Endothelin-1
1,145
oder
Endothelin-3
70
injiziert.
Beide Agenzien verursachen einen schweren Vasospasmus mit nachfolgender
Thrombose der benachbarten Arterien. Dieses Modell wird selten verwendet, da es
hochgradig invasiv ist und eine direkte Verletzung des Gehirns durch die
intrazerebrale Injektion verursacht.
91
5.2.3. Clip-Modell
Dieses Modell wurde erstmals von Buchan et al
25
1992 beschrieben.
Nach subtemporaler Kraniotomie wird die A. cerebri media mit Hilfe eines Gefäßclips
direkt verschlossen. Durch die Entfernung des Clips kann zu einem definierten
Zeitpunkt eine Reperfusion induziert werden.
25,148
Die Vorteile des Clip-Modells liegen in dem zuverlässigen Verschluss der A. cerebri
media und in der guten Reproduzierbarkeit der Infarkte. Allerdings ist dieses Modell
durch die Kraniotomie sehr invasiv und zeitaufwendig. Außerdem wird mit dem Clip
ein körperfremdes Material in Kontakt mit der Gehirnoberfläche gebracht, was zu
unterschiedlichen Komplikationen und zu Artefakten in der MRT-Bildgebung führen
kann.
91
5.2.4. Ligatur-Modell
Dieses Modell wurde erstmals von Robinson et al
131,132
1975 beschrieben, 1981 von
Tamura et al
155
und 1986 von Bederson et al
11
weiterentwickelt.
Nach der Durchführung einer subtemporalen Kraniotomie und Darstellung der A.
cerebri media erfolgt eine Ligatur dieses Gefäßes.
30,148
Die Vor- und Nachteile dieses Modells entsprechen denen des Clip-Modells.
91
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